CORINNE SCHNEIDER
Das wundersame Leben der Tiere
13. Juli bis 26. August 2006
Ein bevölkertes Weltall aus übermalten Buchseiten, psychedelische
Urlaubskarten als Science-Fiction-Szenarien – in ihrer ersten Einzelausstellung
im neuen Salon von „Comme ci Comme ça II“ zeigt Corinne
Schneider Serienbilder auf der Schnittstelle zwischen Malerei und Fotografie.
Als Enzyklopädien des Unterwassergetiers sind die großformatigen
Tableaus "Korallen" zusammengesetzt aus übermalten und auf
Nessel aufgezogenen Buchseiten mit Fotos von Korallen, Schwämmen,
Seegurken und Fischen. "Pferde" sind aus Pferdezeitschriften
der 70er Jahre geklaubte Illustrationen, ebenfalls auf Nessel aufgezogen.
Eine Action-Painting-Goldstruktur überzieht die Bilder und hebt den
Teenagerkitsch in einen magischen Zusammenhang. Kein Fixpunkt ordnet diesen
animalischen Kosmos. Zwei Serien mit Postkartencollagen zeigen Schmetterlinge,
die wie mutierte Insekten vor bretonischen Küstenlandschaften schweben,
und Muscheln, die wie Ufos über der portugiesischen Steilküste
stehen. Alle Spuren der Zivilisation sind durch Goldübermalung neutralisiert,
so daß ein entmenschlichter Raum ohne Geschichte und ohne Maßstab
entsteht. Raupen, Schmetterlinge, Koralle und Schwämme bewohnen als
Riesenwesen ohne Kontext die leergeräumten Landschaften.
Corinne Schneider,
geboren 1963, lebt und arbeitet in Köln. Sie
studierte Freie Malerei an der Fachhochschule für Kunst und Gestaltung
in Köln.
Mehrmonatige Projekte im Ausland führten sie nach Paris ans Museum
National d'Histoire Naturelle und in die Bretagne. Sie stellte u. a. in
Poitiers, Concarneau, Köln, Mönchengladbach und im Museum Alexander
Koenig in Bonn aus. Im Juni 2006 zeigte sie ihre Pferdeskulptur "Die
Ankunft" bei der Ausstellung "a3-Art" auf der Place St.
Sulpice in Paris.
Andreas Rosenfelder